Samstag, 24. Januar 2009

Grand Palace und Smaragdbuddha




Nach dem liegenden Buddha haetten wir uns auch am liebsten ein bisschen hingelegt. Aber die Zeit draengte, denn es war schon um die Mittagszeit und der Grand Palace wuerde um halb vier schliessen. Also versuchten wir zunaechst auf dem riesigen Tempelgelaende den Ausgang zu finden und kamen schliesslich auf einer vielbefahrenen Strasse mit endlosen, kleinen Marktstaenden heraus. Direkt neben den wartenden Bussen, Tuk-Tuks und Taxis stehen Garkuechen mit den verschiedensten Gerichten und Fruechten. Alles sehr sauber und appetitlich. Andererseits fragt man sich, welche Wirkung der Auspuff des laufenden Busses, direkt neben dem Stand, auf das Essen hat.

Wir schlugen uns durch die Staende und Autos durch und landeten schliesslich auf einem Markt, der noch vollgepackter war. Und da kam er wieder: Der sensorische Overkill. Zu unserer grossen Schande fluechteten Manni und ich in ein beinhart touristisches, ueberteuertes, klimatisiertes Restaurant. Hauptsache eine Weile Ruhe vor all den Eindrucken und der Hitze.

nach einem Teee und etwas Essen sah die Welt gleich viel besser aus und wir marschierten weiter Richtung Smaragbuddha. Eben hatte ich manfred noch gesagt, dass er niemanden nach dem Weg fragen soll, weil ueberall Touristenschlepper lauern und prompt wurde ich ein Opfer eines uniformierten mannes am Tor des Grand Palace, der ein wichtiges, goldenes Abzeichen am Hemd trug. Fuersorglich hielt er mich fest und erklaerte mir auf englisch, dasss heute eine koenigliche Zeremonie sei und der Tempel deshalb geschlossen hatte. Dabei deutete er auf ein grosses Schild mit thailaendischer Schrift, auf dem aber ganz klar 9.00 - 12.00 Uhr zu lesen und demgemaess der Tempel jetzt schon zu sei. Er nahm meine karte und zeichnete mir andere Tempel ein und erklaerte mir, dass ich diese besuchen koenne. Es waere aber sehr weit zu laufen und daher brauchte ich ein Tuk-Tuk oder ein Taxi. Als er das 3 mal wiederholt hatte, wurde mir dann auch endlich klar, dass er einer dieser Schlepper war. Sobald wir im Tuk-Tuk sitzen wuerden, bekaeme er eine Provision und das Tuk-Tuk wuerde uns auch nicht zum Tempel sondern trotz Protest zu einem grossen Shopping Center fahren, wo der Fahrer dann wiederum Provision fuer unsere Einkaeufe bekaeme. Also bedankte ich mich einfach freundlich fuer die Tipps, laechelte fein asiatisch, verbeugte mich mit gefalteten Haenden und machte mich mit Manni aus dem Staub.

Weiter ging es die laute, heisse Strasse entlang, vorbei an etlichen Unkenrufern, die alle beteuerten, dass der Tempel verrammelt und verriegelt sei - No, no, don't go. Temple closed! Temple closed! - Schliesslich erreichten wir dann endlich den sperrangelweit offenen Eingang des Tempels, wo uns Reiseleiter etc. aufhalten wollten. Muss ich sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt die asiatische Freundlichkeit abgelegt und den Modus Dampfwalze eingeschaltet hatte?

Aber die Muehen hatten sich gelohnt. Der Tempel ist wunderschoen. Eine unvorstellbare Pracht aus Gold, Porzellan und Glas. Der Smaragbuddha ist eigentlich aus Jade und sehr klein. Er thront ganz oben im Tempel und wirkt regelrecht suess, zerbrechlich, unschuldig und fein und trozdem sehr kraftvoll. Voller Ehrfurcht beten die Thais diesen Buddha, eines ihrer wichtigsten Heiligtuemer an. Tatsaechlich war ich auch sehr von diesem buddha ergriffen und lasse damit einfach die Bilder sprechen.

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