Montag, 26. Januar 2009

Phnom Phen - 26. Jan

Gestern sind wir kurz vor 9 Uhr morgens (5.00 Uhr frueh aufgestanden) in Kambodscha angekommen und haben gleich mal als Wegezoll und Devisen 20 Dollar fuer das Visum bezahlt. Ueberhaupt oeffnet der Dollar hier Tuer und Tor. Das Land ist gotterbaermlich arm. Gestern haben wir den russischen Markt besucht und als Auslaender gleich mal 1 Dollar pro Kaffee bezahlt. Dann waren wir beim Tempel Wat Phnom, genauso wie die Stadt benannt nach der alten Frau Phnom, fuer die auch extra neben dem Haupttempel ein Heiligtum errichtet wurde.

Um in den Tempel zu gehen, musste man wie immer die Schuhe ausziehen. Ich wunderte mich schon, warum ein kleiner Junge sich praktisch auf meine Sandalen setzte. Als ich wieder raus kam, war alles klar. Er hatte meine Schuhe gegenueber den anderen Bettlern fuer sich reserviert, um sie mir dann anzureichen und ein Almosen zu bekommen. Das habe ich auch gegeben und wurde dann von 5 weiteren Bettlern und verstuemmelten Menschen umringt, die ihre Gliedmassen durch Landminen verloren haben und fuer ihren Lebensunterhalt bettlen muessen, weil der Staat nicht fuer sie sorgen kann. Ich war ueberfordert und habe unserem jungen, einheimischen Fuehrer gesagt, dass ich nun sofort gehen moechte.

Das Land ist faszinierend, aber ich kann nicht sagen, dass es schoen oder dass Phnom Phen irgendwie lieblich waere. Als Tourist wird man vorwiegend als Geldquelle fuer gruene Scheine betrachtet. Im Hotel ist trotz des devoten Service eine klare, unterschwellige Renitenz spuerbar. Fuer Einheimische ist alles spottbillig. Wir als Nichtasiaten zahlen Sonderpreise und im Hotel kostet eine Tasse Kaffee 3.50 Dollar, was ich, obwohl ich viel Verstaendnis fuer alles hier habe, nicht als besonders produktiv fuer die Foerderung des Tourismus erachte. Niemand wird gern wie eine Weihnachtsgans ausgenommen.

Das war ein kurzer, erster Eindruck. Es ist bald 5 Uhr abends und wir machen nun mit unserem Fuehrer eine kleine Bootstour.

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