Unser 5-Sterne Hotel ist ein Schock. Es ist Chinesisches Neujahr, das frenetisch gefeiert wird und in der Lobby herrscht ein Hoellenlaerm. Ueberall Touristen, Chinesen und eine laute Band spielt Musik.
Nach mehreren Fehlschlaegen und viel Laecheln (das erste Zimmer war neben einer lauten Klimaanlage, das Zweite ein Raucherzimmer) finden wir das ideale Zimmer.
Beim Abendessen trifft uns der zweite Schlag. Battambang war in seiner Abgeschiedenheit eher urspruenglich - die anderen Hotelgaeste waren weitgehend aus Asien. Doch hier werden wir zurueckgeschleudert in den Westen. Ich sehe MacDonalds Botschafter - leicht hoerbar am vulgaeren, inhaltsleeren, lauten Geschwafel und erkennbar an unterschiedlichen Graden der Verfettung. Deutsche Oekoakademiker sind auch zu Hauf vorhanden. Wie schoen - fast wie daheim.
Der Deutsche nimmt mir, kaum dass ich ihm den Ruecken kehre, das Besteck vom Tisch. ich erwische ihn und sage, "Sie haben mein Besteck geklaut". Er: "Ach, ich dachte, das sitzt niemand."
Sitz niemand?? Auf dem Tisch stand mein randvoller, frischer Obstteller.
Ich gehe wieder ans Buffet und hole mir ein Gericht aus einem Warmhaltebehaelter. Neben mir steht auf Tuchfuehlung ungeduldig eine Amerikanerin. Ich spuere, sie wuerde mir am liebsten sofort die Kelle aus der Hand reissen. Ich hingegen wurde ihr am liebsten mit der Kelle auf den hohlen Kopf klopfen, halte mich aber aus Angst vor den karmischen Folgen - womoeglich werde ich als begehrte, kraueterfressende Spinne wiedergeboren und frittiert - zurueck. Stattdessen reiche ich ihr mit einem sanften, asiatischen Laecheln die Kelle und sage: "Here you are."
Muss ich erwaehnen, dass sie sich nicht bedankt hat?
Mittwoch, 11. Februar 2009
Bootsfahrt nach Siem Reap - 29. Jan
Wir stehen wieder einmal um 7.30 Uhr auf und machen uns per Boot auf den Weg nach Siam Reap, wo die verwunschenen Tempel von Ankhor Vat stehen.
Kaum fahren wir in dem kleinen Boot ab, erfahren wir, dass das Boot einen Schaden hat, der noch schnell repariert werden muss. Wir fahren ein Stueck und legen dann an einem Bootsladen an, den man sich keineswegs wie einen Laden bei uns vorstellen darf. Es handelt sich um ein ganz normales, kleines Haeuschen (wie ein Wohnhaus), das im vorderen Teil das kleine Geschaeft hat.
Der Maat kriecht in den Bauch des Schiffes, von vorne wird gezogen und schon ist das Gestaenge mit der kleinen Antriebsschraube auf dem Ufer freigelegt. Unser Fuehrer versichert uns, es dauert nur 10 Minuten - asiatischer Zeit, moechte ich hinzufuegen. Wir sitzen insgesamt ueber 2 Stunden fest. In der Zeit konnte ich kleine Studien ueber das Leben am Fluss fuehren.
Es ist morgens um 08.30 Uhr. Der Tag ist noch jung und frisch. Es ist relativ still. Ploetzlich ertoent eine schauderhafte, fuer westliche Ohren extrem unmelodioese Musik - endlos lang. Ich erfahre, dies ist die Morgenmusik des naheliegenden Klosters. Und schon kommen auf dem Weg oberhalb des Ufers 4 Moenche in ihren orangenen, wallenden Gewaendern mit ihren grossen, metallenen, Fruehstuecksschalen gelaufen und stellen sich in einer Reihe auf. Die Einwohner spenden ihnen in den Schalen das Fruehstuck (meistens gekochter Reis) und erwerben so gute Verdienste fuer ihr Leben. Die Moenche ziehen wieder ab.
Mir brummt der Kopf vom Treibstoff des Bootes - irgendwo muss ausserdem ein Benzinleck sein, denn auf dem Wasser ist um uns herum ein schillernder Benzinfilm. Gemaechlich kommt eine alte Frau mit einer alten, metallenen Gieskanne ans Ufer, fuellt sie mit dem Wasser und giesst oben die Tomatenstauden.
Und schon kommt das naechste Morgenritual. 3 Jungs waten in das seichte Wasser und versenken gruene, an langen Bambusstangen befestigte Plastikflaschen (in denen vorher Fanta etc. war) im Fluss.
Inzwischen herrscht reger Verkehr, viele kleine Boote fahren mit ihren ratternden Motoren an uns vorbei. In unserer Naehe ist ein schmales, kleines Boot. Darin ein Fischer und seine Frau. Die Frau lenkt das Boot mit einem langen Stock, der Fischer entwirrt sein Netz und wirft es aus. Das Ganze sieht wunderschoen aus, regelrecht romantisch. Man koennte beginnen, wieder fuer die guten, alten Zeiten zu schwaermen. Doch in den 2 Stunden, die wir hier sitzen, hat der Fischer immer wieder sein Netz muehsamm einholen, entwirren und wieder auswerfen muessen. Sein einziger Fang in dieser Zeit war eine rostige Eisenstange.
Genauso die Jungs, die in regelmaessigen Abstaenden die Plastikflaschen pruefen. In der gleichen Zeit verschwamm sich 1 kleines Fischlein in einer dieser modernen Reusen.
Waehrend ich also das Leben am Fluss beobachtete (die alte Dame kam ein zweites Mal zum Giessen), wurde eine Strebe am Gestaenge geschweisst, und zwar mit einem alten Schweissgeraet, angetrieben von einem Generator. Die Strebe war gebrochen, weil der Fluss jetzt in der Trockenzeit sehr seicht ist.
Endlich fahren wir weiter, vorbei an den Doerfern. Wir sehen Huehner, Schweine, uralte Eggen, Behausungen, die man als Slums bezeichnen muss und durchweg freundliche, laechelnde Menschen.
Die Fahrt ist harte Knochenarbeit fuer den Bootsfuehrer und seinen Helfer. Der schmale Flussarm hat viele Windungen und die starke Stroemung treibt uns immer wieder direkt in die Uferboeschung mitten ins Gebuesch. Dann muss der Helfer das Boot mit einer langen Bambusstange wieder vom Ufer abstossen - und das unzaehlige Male.
Gegen Abend kommen wir schliesslich in die ruhigen Gewaesser des Tonle Sap Sees, der sich wie ein riesiges Meer erstreckt. Und dann - endlich - nach einer fast 10-stuendigne Fahrt kommen wir - ziemlich erschlagen - in Siem Reap an.
Kaum fahren wir in dem kleinen Boot ab, erfahren wir, dass das Boot einen Schaden hat, der noch schnell repariert werden muss. Wir fahren ein Stueck und legen dann an einem Bootsladen an, den man sich keineswegs wie einen Laden bei uns vorstellen darf. Es handelt sich um ein ganz normales, kleines Haeuschen (wie ein Wohnhaus), das im vorderen Teil das kleine Geschaeft hat.
Der Maat kriecht in den Bauch des Schiffes, von vorne wird gezogen und schon ist das Gestaenge mit der kleinen Antriebsschraube auf dem Ufer freigelegt. Unser Fuehrer versichert uns, es dauert nur 10 Minuten - asiatischer Zeit, moechte ich hinzufuegen. Wir sitzen insgesamt ueber 2 Stunden fest. In der Zeit konnte ich kleine Studien ueber das Leben am Fluss fuehren.
Es ist morgens um 08.30 Uhr. Der Tag ist noch jung und frisch. Es ist relativ still. Ploetzlich ertoent eine schauderhafte, fuer westliche Ohren extrem unmelodioese Musik - endlos lang. Ich erfahre, dies ist die Morgenmusik des naheliegenden Klosters. Und schon kommen auf dem Weg oberhalb des Ufers 4 Moenche in ihren orangenen, wallenden Gewaendern mit ihren grossen, metallenen, Fruehstuecksschalen gelaufen und stellen sich in einer Reihe auf. Die Einwohner spenden ihnen in den Schalen das Fruehstuck (meistens gekochter Reis) und erwerben so gute Verdienste fuer ihr Leben. Die Moenche ziehen wieder ab.
Mir brummt der Kopf vom Treibstoff des Bootes - irgendwo muss ausserdem ein Benzinleck sein, denn auf dem Wasser ist um uns herum ein schillernder Benzinfilm. Gemaechlich kommt eine alte Frau mit einer alten, metallenen Gieskanne ans Ufer, fuellt sie mit dem Wasser und giesst oben die Tomatenstauden.
Und schon kommt das naechste Morgenritual. 3 Jungs waten in das seichte Wasser und versenken gruene, an langen Bambusstangen befestigte Plastikflaschen (in denen vorher Fanta etc. war) im Fluss.
Inzwischen herrscht reger Verkehr, viele kleine Boote fahren mit ihren ratternden Motoren an uns vorbei. In unserer Naehe ist ein schmales, kleines Boot. Darin ein Fischer und seine Frau. Die Frau lenkt das Boot mit einem langen Stock, der Fischer entwirrt sein Netz und wirft es aus. Das Ganze sieht wunderschoen aus, regelrecht romantisch. Man koennte beginnen, wieder fuer die guten, alten Zeiten zu schwaermen. Doch in den 2 Stunden, die wir hier sitzen, hat der Fischer immer wieder sein Netz muehsamm einholen, entwirren und wieder auswerfen muessen. Sein einziger Fang in dieser Zeit war eine rostige Eisenstange.
Genauso die Jungs, die in regelmaessigen Abstaenden die Plastikflaschen pruefen. In der gleichen Zeit verschwamm sich 1 kleines Fischlein in einer dieser modernen Reusen.
Waehrend ich also das Leben am Fluss beobachtete (die alte Dame kam ein zweites Mal zum Giessen), wurde eine Strebe am Gestaenge geschweisst, und zwar mit einem alten Schweissgeraet, angetrieben von einem Generator. Die Strebe war gebrochen, weil der Fluss jetzt in der Trockenzeit sehr seicht ist.
Endlich fahren wir weiter, vorbei an den Doerfern. Wir sehen Huehner, Schweine, uralte Eggen, Behausungen, die man als Slums bezeichnen muss und durchweg freundliche, laechelnde Menschen.
Die Fahrt ist harte Knochenarbeit fuer den Bootsfuehrer und seinen Helfer. Der schmale Flussarm hat viele Windungen und die starke Stroemung treibt uns immer wieder direkt in die Uferboeschung mitten ins Gebuesch. Dann muss der Helfer das Boot mit einer langen Bambusstange wieder vom Ufer abstossen - und das unzaehlige Male.
Gegen Abend kommen wir schliesslich in die ruhigen Gewaesser des Tonle Sap Sees, der sich wie ein riesiges Meer erstreckt. Und dann - endlich - nach einer fast 10-stuendigne Fahrt kommen wir - ziemlich erschlagen - in Siem Reap an.
Battambang - 28.01.
Ich habe ja schon erwaehnt, dass Battambang kein Touristenzentrum ist. Da unser Hotel etwas ausserhalb liegt, muessten wir zu Fuss in die Stadt gehen, was wir aber wegen der Hitze nie getan haben und auch, weil man staendig den Zurufen der Tuk-Tuk fahrer ausgesetzt ist. Ich muss auch zugeben, dass ich mich als "reiche" Touristin inmitten der armen Kambodschaner, besonders, wenn abends wenig Menschen unterwegs sind, unwohl fuehle. Zudem ist die Stadt nachts nicht so interessant, da sie noch nciht touristisch so erschlossen ist. Es gibt ein paar Restaurants, meistens aber kleine, dunkle, sehr einfache "Garkuechen" mit schlichtesten Stuehlen und Tischen in den Hauesern drin. Sehr treffend drueckt es Lonely Planet mit "Hole-in-the -wall" aus und tatsaeachlich sind sie wie grosse Loecher in der Hauswand.
Zudem gibt es wegen des Strommangels keine Strassenbeleuchtung und das ist auch ein bisschen unheimlich. Geht man von der Hauptstrasse ab, ist man auch gleich wieder auf unbefestigten Strassen. Also, wir sind in dem blitzsauberen, fast klinischen Zimmer unseres Te.o Hotels geblieben und haben ein paar Filme im TV gesehen oder abends im Hof Tee getrunken. War auch schoen. Denn unternehmen tun wir ja wahrlich genug.
Hier also das naechste kleine Abenteuer. Wir fuhren in unserem geschlossenen, klimatisierten Wagen zur Wat Slaket Pagode und zu Phnom Banon. Ich schreibe deshalb "geschlossen", weil es auf der ca. 15 km langen Strasse keine Befestigung gab, sondern nur den roetlich-braunen, trockenen Lehm, der sich als dicker Staubfilm auf alle Baeume und Palmen am Strassenrand legt. Die Baeume sind effektiv nicht mehr gruen, sondern komplett rotbraun. Wieder fuehlte ich mich wie die Koenigin von Sabe, als unser Fahrer gekonnt im Zickzack auf der Fahrbahn manoevrierte, Schlagloecher umschiffte, mehrmals fast im Graben landete und gekonnt Ochsenkarren, Kuehe, Motorraeder und eine endlos lange Kolonnen uniformierter Schulkinder auf uralten Fahrraedern (meistens Hollandraeder, manchmal auf 2 Kinder auf einem Rad) auswich. Viele hielten sich wegen des Staubs die hand als Schutz vor den Mund, ein paar Glueckliche trugen einen Mundschutz.
Nach der rumpeligen Fahrt kommen wir in Phnom Banon an. Ausser und weit und breit kein Tourist in Sicht. Wacker haelt die Touristenpolizei ihren Posten. Und es gibt eine Reihe kleiner Staende mit Touristensouvenirs. Wir sind ein gefundenes Fressen fuer 5 Kinder, die uns sofort verfolgen. Mittlerweile ist es sehr heiss, die Sonne steht hoch am Himmel und es ist sehr schwuel.
Langsam beginnen wir den Aufstieg der 385 steilen Stufen hoch zum alten Tempel mit den 5 Sandsteintuermen. Die Treppen sind steil und gesaeumt vom Schlangengott naga, der uns mit seinem langen Koerper beiderseits als Gelaender dient. Trotz des goettlichen Beistands braucht Manfred diesmal fuer den Aufstiege den starken Arm des Reiseleiters, da die Stufen nicht nur steil, sondern so schmal sind, dass man den Fuss seitwaerts stellen muss, insbesondere, wenn man Kindersaerge traegt.
Wir legen also los - Manfred am Arm des Fuehrers und ich daneben. Das ist aber noch nicht alles. 2 der Kinder konnten wir abschuetteln, oder sie haben sich selbst abgesprochen. Die restlichen drei kleben wie Kletten an uns. 2 Maedchen befaecheln mit ihren Faechern (jetz weiss ich auch, warum sie diese hatten) Manfred von vorn und von hinten. Ich werde von einem ernsten, kleinen Jungen begleitet, der mich gegen meinen Wunsch befaechelt. Resigniert lasse ich mich die Stufen hoch, durch den Tempelhof und wieder die Stufen hinunter befaecheln.
Jedes der Kinder bekommt einen Dollar von uns. Kein schlechter Verdienst, wenn man bedenkt, dass die gesellschaftliche Mittelschicht (im uebrigen winzig, da es entweder nur die kleine, korrupte Elite oder das arme Landvolk gibt) ca. 75 bis 100 $ im Monat verdient.
Der kulturelle Reichtum des Landes ist schier unermesslich und genauso unermesslich ist die Armut des ausgebluteten Landes. Die Schaetze (Gas, Edelsteine, Obst, Wasser) sind reichlich vorhanden, genutzt werden sie aver von den Eliten oder auslaendischen Firmen. Auch das technische Wissen zur Nutzung der Schaetze muss erst von aussen geholt werden.
Will man also dem normalen Volk als Tourist irgendwie helfen, so geht das nur durch Trinkgelder in den Hotels und Restaurants oder durch Almosen fuer die Bettler. Wie schon einmal erwaehnt, muessen viele Kriegsveteranen betteln, da sie sonst nicht ueberleben koennten. Es gibt etliche Orchester der Kriegsveteranen, die vor den Tempeln unter Baeumen im Gruppen sitzen und musizieren. Einer ist blind, der andere hat keinen Arm mehr, der Dritte hat neben sich seine Beinprothese stehen und blaest kunstvoll auf einem Baumblatt die Melodie mit. Es ist schrecklich.
Oft sind auch Kinder beim Orchester dabei. Denn es gibt viele Weisen, weil ihre Eltern zu arm sind und sie deshalb verstossen oder vor buddhistischen Kloestern ablegen. Ausserdem grassiert AIDS. Und wieder nehmen die Kloester die Kinder auf. Die Kinder stehen dann auch zu viert oder fuenft mit Infoblaettern vor dem Tempel des Klosters, in dem sie leben und sammeln Geld. Wir geben etwas Geld, sie sagen im Chor "Thank you" und verbeugen sich und reichen uns einen Prospekt ueber ihr Kloster / Weisenheim. Wer etwas Gutes tun will, kann dort als Freiwilliger englisch unterrichten. Ich muss wieder mal zugeben, dass ich das nicht koennte.
Zudem gibt es wegen des Strommangels keine Strassenbeleuchtung und das ist auch ein bisschen unheimlich. Geht man von der Hauptstrasse ab, ist man auch gleich wieder auf unbefestigten Strassen. Also, wir sind in dem blitzsauberen, fast klinischen Zimmer unseres Te.o Hotels geblieben und haben ein paar Filme im TV gesehen oder abends im Hof Tee getrunken. War auch schoen. Denn unternehmen tun wir ja wahrlich genug.
Hier also das naechste kleine Abenteuer. Wir fuhren in unserem geschlossenen, klimatisierten Wagen zur Wat Slaket Pagode und zu Phnom Banon. Ich schreibe deshalb "geschlossen", weil es auf der ca. 15 km langen Strasse keine Befestigung gab, sondern nur den roetlich-braunen, trockenen Lehm, der sich als dicker Staubfilm auf alle Baeume und Palmen am Strassenrand legt. Die Baeume sind effektiv nicht mehr gruen, sondern komplett rotbraun. Wieder fuehlte ich mich wie die Koenigin von Sabe, als unser Fahrer gekonnt im Zickzack auf der Fahrbahn manoevrierte, Schlagloecher umschiffte, mehrmals fast im Graben landete und gekonnt Ochsenkarren, Kuehe, Motorraeder und eine endlos lange Kolonnen uniformierter Schulkinder auf uralten Fahrraedern (meistens Hollandraeder, manchmal auf 2 Kinder auf einem Rad) auswich. Viele hielten sich wegen des Staubs die hand als Schutz vor den Mund, ein paar Glueckliche trugen einen Mundschutz.
Nach der rumpeligen Fahrt kommen wir in Phnom Banon an. Ausser und weit und breit kein Tourist in Sicht. Wacker haelt die Touristenpolizei ihren Posten. Und es gibt eine Reihe kleiner Staende mit Touristensouvenirs. Wir sind ein gefundenes Fressen fuer 5 Kinder, die uns sofort verfolgen. Mittlerweile ist es sehr heiss, die Sonne steht hoch am Himmel und es ist sehr schwuel.
Langsam beginnen wir den Aufstieg der 385 steilen Stufen hoch zum alten Tempel mit den 5 Sandsteintuermen. Die Treppen sind steil und gesaeumt vom Schlangengott naga, der uns mit seinem langen Koerper beiderseits als Gelaender dient. Trotz des goettlichen Beistands braucht Manfred diesmal fuer den Aufstiege den starken Arm des Reiseleiters, da die Stufen nicht nur steil, sondern so schmal sind, dass man den Fuss seitwaerts stellen muss, insbesondere, wenn man Kindersaerge traegt.
Wir legen also los - Manfred am Arm des Fuehrers und ich daneben. Das ist aber noch nicht alles. 2 der Kinder konnten wir abschuetteln, oder sie haben sich selbst abgesprochen. Die restlichen drei kleben wie Kletten an uns. 2 Maedchen befaecheln mit ihren Faechern (jetz weiss ich auch, warum sie diese hatten) Manfred von vorn und von hinten. Ich werde von einem ernsten, kleinen Jungen begleitet, der mich gegen meinen Wunsch befaechelt. Resigniert lasse ich mich die Stufen hoch, durch den Tempelhof und wieder die Stufen hinunter befaecheln.
Jedes der Kinder bekommt einen Dollar von uns. Kein schlechter Verdienst, wenn man bedenkt, dass die gesellschaftliche Mittelschicht (im uebrigen winzig, da es entweder nur die kleine, korrupte Elite oder das arme Landvolk gibt) ca. 75 bis 100 $ im Monat verdient.
Der kulturelle Reichtum des Landes ist schier unermesslich und genauso unermesslich ist die Armut des ausgebluteten Landes. Die Schaetze (Gas, Edelsteine, Obst, Wasser) sind reichlich vorhanden, genutzt werden sie aver von den Eliten oder auslaendischen Firmen. Auch das technische Wissen zur Nutzung der Schaetze muss erst von aussen geholt werden.
Will man also dem normalen Volk als Tourist irgendwie helfen, so geht das nur durch Trinkgelder in den Hotels und Restaurants oder durch Almosen fuer die Bettler. Wie schon einmal erwaehnt, muessen viele Kriegsveteranen betteln, da sie sonst nicht ueberleben koennten. Es gibt etliche Orchester der Kriegsveteranen, die vor den Tempeln unter Baeumen im Gruppen sitzen und musizieren. Einer ist blind, der andere hat keinen Arm mehr, der Dritte hat neben sich seine Beinprothese stehen und blaest kunstvoll auf einem Baumblatt die Melodie mit. Es ist schrecklich.
Oft sind auch Kinder beim Orchester dabei. Denn es gibt viele Weisen, weil ihre Eltern zu arm sind und sie deshalb verstossen oder vor buddhistischen Kloestern ablegen. Ausserdem grassiert AIDS. Und wieder nehmen die Kloester die Kinder auf. Die Kinder stehen dann auch zu viert oder fuenft mit Infoblaettern vor dem Tempel des Klosters, in dem sie leben und sammeln Geld. Wir geben etwas Geld, sie sagen im Chor "Thank you" und verbeugen sich und reichen uns einen Prospekt ueber ihr Kloster / Weisenheim. Wer etwas Gutes tun will, kann dort als Freiwilliger englisch unterrichten. Ich muss wieder mal zugeben, dass ich das nicht koennte.
Sonntag, 8. Februar 2009
Das schwimmende Dorf Krar Kor - 27.01.




Der naechste Stop auf unserer Autofahrt von Phnom Penh nach Battambank ist das schwimmende Dorf Krar Kor. Schon vom erhoehten Ufer aus sehen wir Dutzende von Haeusern, die inmitten von von Wasserhyzazinthengaerten auf dem Wasser schwimmen.
Unser Fuehrer hat wieder fuer uns alleine nach einigen Verhandlungen ein Boot besorgt. Wieder sind wir an einem entlegenen Ort. Wichtig stehen die Maenner waehrend der Verhandlungen um uns herum und starren mich diskret an. Trotzdem muss ich immer wieder sagen, wie ungemein freundlich und hilfsbereit die Menschen hier sind. Gleich folgt der Beweis dafuer. Das matschige Ufer ist uebersaet mit Unrat, es stinkt bestialisch nach verwesendem Fisch und sonstigen Dingen, ueber die man lieber nicht nachdenken moechte. Einen halben Meter ueber dem Unrat und dem Wasser verlaeuft ein schmaler, wirklich schmaler, 20 cm breiter Steg zum Boot.
Das ist nichts fuer Manfred und seine Hoehenangst. Aber schon nimmt unser hilfsbereiter Fuehrer Manfreds linke Hand und ich seine Rechte. Still danke ich dem Himmel, dass ich heute meine Sandalen mit den dicken Sohlen trage, waehrend ich durch den stinkenden Morast laufe und Manfred auf dem Steg balanciert. Kurz bevor das Wasser beginnt, reicht ihm der bootsfuehrer die Hand und hilft ihm mit den letzten Schritten. Ich steige nun auch auf den Steg und sehe unter mir im wasser Tausende von weissen Maden wimmeln. Das erzaehle ich Manfred allerdings erst, nachdem der nette Bootsmann entschieden hat, uns nach der Rundfahrt an einer anderen matsch- und madenfreien Anlegestelle herauszulassen.
Wer in einem der vielen schwimmenden Doerfer lebt, hat es gut, denn er kann direkt vom Haus aus fischen und Reusen auslegen. Ausserdem gibt es riesige Netzanlagen und umzaeunte Bereiche fuer die Fischzucht - alles mit den einfachsten Mitteln. Aus den Wasserhyazynthen kann man Flechtwerk herstellen, die Notdurft geht bequemerweise direkt ins Wasser. Irgendwann war ich dann auch mal waehrend einer weiteren Fahrt durch ein solches Dorf faellig. Wieder war ein Dankesgebet faellig - diesmal an meinen Yogalehrer. Er ist ueber 80 Jahre alt und gelenkig wie ein junges Reh. Er liess uns oft ueber eine Viertelstunde in der Hockstellung - vorzugesweise mit den Fersen auf dem Boden - verharren, waehrend er uns seine Kriegsgeschichten erzaehlt hat. Diese Hockstellung beherrscht hier jeder - vom Kleinkind bis zum Greis. Also, eben wegen dieser Uebungen ist es mir gelungen, mich im Bretterverschlag hinzuhocken und mich durch das ausgesaegte, quadratische Loch unter mir direkt in den Fluss zu erleichtern.
Auf den Terassen der schwimmenden Haueser lebt auch Federvieh, bisweilen auch Schweine. In den Wohnungen herrscht Komfort, es gibt Fernsehen, Haengematten und sonstige Annehmlichkeiten. Aus den Wasserhyazinthen laesst sich noch Flechtwerk fuer ein Zusatzeinkommen herstellen. Waehrend unserer Fahrt werden einem Huhn gerade die Federn gestutzt, ein anderes, gerupftes Huhn wird im Flusswasser gewaschen. Wie gesagt, wer hier lebt, hat es ganz gut getroffen. Was bleibt mir zu sagen? Ein gebratenes Huhn gefaellig?
P.S. Das Bild von mir ist natuerlich woanders aufgenommen - nicht im Dorf. Aber da das Laden der Fotos nicht immer so einfach ist, ist es nun hier gelandet. Ihr seht darauf eine Auswahl koestlicher Nachtische.
Auf dem Weg nach Battambang - 27.01. - das Toepferdorf





Wieder einmal stehen wir um 6.30 Uhr auf und los geht es um 7.00 Uhr per Auto mit einer 7-stuendigen Autofahrt von Phnom Peng nach Battambang. Wir fahren ueber unbefestigte Strassen und machen nach 2 Stunden Halt bei einer Toepferei mitten im Wald. Wie ueberall ist das Haus auf Stelzen als Schutz gegen Ueberschwemmungen und Schlangen gebaut. Darunter ist eine erhoehte Platform, auf der die Mutter mit einem ihrer 5 Kinder sitzt und sofort meine weisse Haut taetschelt und meine gerade Nase bewundert (auch hierhin kommen nicht so hauefig Touristen - wir sind, wie man so schoen sagt, am A.... der Welt).
Unter dem Haus ist auch die gesamte Toepferei. Der 70-jaehrige Grossvater mit einem verbleibenden Zahn fertigt die Tongefaesse noch auf traditionelle Art und Weise, indem er schmale Tonstreifen auf das entstehende Gefaess aufsetzt und dabei staendig im Kreis umd das Gefaess herum geht. Jetzt ist mir auch klar, warum sein Ruecken ab der Huefte fast um 90 Grad gebeugt ist. Die Enkelin wendet (noch afrecht) das gleiche Verfahren an, waehrend ihre Schwester an der Toepferscheibe sitzt. Eine deutsche Hilfsorganisation hat dieses Verfahren eingefuehrt und so kann sie das "Karussel" bewegen statt selbst Karussel zu sein. Da auch hier offenkundig Armut herrscht, kaufen wir fuer stolze 50 Cent eine Vase, die wir dann spaeter beim Auschecken aus dem Hotel den Zimmermaedchen schenken.
Samstag, 7. Februar 2009
Die Killing Fields und das Tuol Sleng Museum - 26. Jan.






16 km suedlich von Phnom Penh liegen die Killing Fields von Choeung Ek, so bezeichnet, weil dort zwischen 1975 und 1978 unter Pol Pot 17.000 Frauen, Maenner, Kinder und Babies getoetet wurden. Regelmaessig kamen hier aus dem Sicherheitsgefaengnis S 21 in Phnom Penh LKW-Ladungen mit gefolterten Menschen, die sofort nach ihrer Ankunft an den Killing Fields sofort totgeschlagen und nicht erschossen wurden, um wertvolle Patronen zu sparen.
Manchmal kamen die Waerter (die sich als Handlanger fuer das Toeten entschieden hatten, um nicht selbst getoetet zu werden) mit dem Toeten nicht nach und so wurden die Menshcen in das "Gloomy Prison" gesteckt - ein Gefaengnis, das besonders dunkel ausgelegt und schwarz gestrichen war, um die Menschen zu demoralisieren.
Auf den Killing Fields ist eine Stupa (ein Turm) zu besichtigen, in dem 8000 Totenschaedel, geordnet nach Alter und Geschlecht gegen das Vergessen ausgestellt werden. Sie stammen aus 86 der insgesamt 126 Massengraeber der Killing Fields. Der jetzige Premierminister (rein zufaellig ein ehemaliger Befehlshaber unter Pol Pot) wollte die Gedenkstaette schliessen, konnte sich jedoch nicht gegen den massiven Protest der Bevoelkerung durchsetzen.
Ich weiss nicht, was ich schlimmer fand: Den "Magic Tree", an dem Lautsprecher hingen, aus denen laute Musik droehnte, um die Todesschreie zu uebertoenen; die waehrend der Regenzeit hochgeschwemmten und frei herumliegenden Knochen und Kleider der noch nciht ausgegrabenen Skelette, oder letzlich doch den "Killing Tree" mit dem dunklen Fleck, gegen den die Kinder geschlagen wurden und dann zu ihren nackten, vorher noch vergewaltigten Muettern ins Massengrab geworfen wurden.
Weiter ging es von diesem schauderhaften Ort ins Sicherheitsgefaengnis S 21 in Phnom Penh - urspruenglich eine Schule. Hier wurden die Gefangenen vor ihrere Deportation zu den Killing Fields akribisch fotografiert, katalogisiert, verhoert und gefoltert. Ensprechend haengen in den Raumen Hunderte von Portraetfotografien der menschen, die dort leiden mussten. Insgesamt hat Pol Pot 2 Millionen Menschen aus den Staedten vertrieben, Familien absichtlich auseinandergerissen, Kinder zum Verrat gegen eltern aufgehetzt und alle Gebildeten getoetet, um so einen landwirtschaftlichen Kommunismus einzufuerhen, in dem alle gleich sind - bis hin zu den schwarzen Einheitssandalen und der schwarzen Kleidung. Farbige Kleidung war damals tabu.
Von den 17.000 Menschen, die im S 21 gefoltert wurden, haben mit Sicherheit 7, vielleicht aber auch 100 ueberlebt. Einer davon ist ein alter Mann, der fast jeden Tag vor seiner ehemaligen Zelle steht, um den Besuchern zu berichten, was damals geschah. Wie alle Gefangenen musste er Fussketten tragen und durfte sich in seiner Zelle nicht bewegen. Wenn die Ketten doch einmal versehentlich klirrten, wurde er geschlagen.
Fuer das grosse Geschaeft gab es in der Zelle einen rechteckigen Blechkasten, fuer das Kleine einen Benzinkanister. Ihm wurden die Zehennaegel ausgerissen und die Finger gebrochen.
Im Gefaengnis ist eine Ausstellung mit seinen Bildern, die die Folterungen darstellen. Eines zeigt ihn als jungen Mann in seiner Zelle. Eine weitere Foltermethode war beispielsweise auch das zwangsweise beissen und stechen lassen von giftigen Insekten. Ich zaehle nichts weiter auf, sondern habe diesen Bericht geschrieben und stelle das Bild des alten Mannes ein, weil er moechte, dass die Welt ueber diese Dinge Bescheid weiss. Der Prozess gegen das Pol Pot Regime und die Schergen geht weiter, er wurde viele Jahre zur Empoerung der Opfer herausgezoegert. Der alte Mann hat nun eine Anwaeltin aus Deutschland, die ihn kostenfrei vor dem internationalen Gerichtshof vertritt.
Allerdings muss man auch hier anmerken, dass viele Anwaelte von dem Prozess profitieren wollen. Sie beiten den Opfern die anwaltliche Vertratung unter der Voraussetzung an, dass sie am Ende des Verfahrens die Haelfte des Schmerzensgeldes bekommen. So ist die Welt - gemein und schlecht.
Wahrscheinlich muss ich nicht extra erwaehnen, dass ich nach diesen beiden Besichtigungen 2 Naechte lang Alptraeume hatte. Und eigentlich habe ich keine schwachen Nerven.
Der Strassenverkehr und das Abendessen - 26. Jan.





Ich glaube, ich habe noch gar nicht erwaehnt, dass wir seit unserer Ankunft in Kambodscha mit einem Fahrer und einem Reiseleiter in einem klimatisierten Auto unterwegs sind. Das klingt vielleicht dekadent, aber ich muss sagen, dass es lebensgefaehrlich ist, auf diesen Strassen zu fahren.
Da gibt es zunaechst einmal die normalen Autos, die vielleicht 25% des Strassenverkehrs ausmachen, dann sind da aber noch die unzaehligen 75% an Mottorraedern mit extrem schmalen Lenkern, die sich ueberall hindurchschlaengeln koennen und auf denen 1 bis 5 Personen, also ganze Familien samt Baby, Einkaeufen und Hund sitzen koennen. Hinzu kommen die Tuk-Tuks und diverse Fussgaenger, die allesamt nach einem undurchschaubaren System dureinanderrennen und -fahren. Man braucht nicht glauben, dass man auf dem Gehsteig sicherer waere, denn wenn die Strasse zu voll ist, fahren die Motorraeder einfach auf den Gehweg.
Zieht man daruerber hinaus in Betracht, dass einzelne Staedte extra Initiativen aufgebaut haben, in denen Opfer von Motorradunfaellen Seidenstoffe weben und verkaufen, so bin ich doch froh , dass ich wie die Koenigin von Saba in einer Saenfte durch das Land gefahren werde.
Abends freue ich mich immer, dass ich wieder heil in unserem Hotel angekommen bin und staerke mich nach den Eindruecken des Tages mit einem Abendessen im Hotelrestaurant des Te.O.
Es stehen Dutzende von Gerichten auf der Speisekarte, aber nach kurzer Ueberlegung entscheide ich mich doch gegen den Huehnerfusssalat (zuwenig Fleisch), verwerfe den Bin Laden Salat (zu explosiv) und ueberblaettere auch den gebratenen Frosch (zu aufgeblasen).
Eigentlich wollte ich unbedingt die frittierte, kraeuterfressende Spinne verzehren, deren Koerper ca. 4 cm lang ist und ca. 1,5 cm Durchmesser hat. Ihr wird wegen ihrer vegetarischen Ernaehrung eine heilkraeftige Wirkung nachgesagt. Gerade die war nicht zu haben. So ein Mist!
Freitag, 6. Februar 2009
Ueber die Schoenheit - 25. Jan.
Neben der Schwermut und dem Stolz der Kambodschaner darf aber auch die grosse Menschlichkeit und Freundlichkeit trotz der harten Lebensumstaende nicht unerwaehnt bleiben. Verglichen mit den Thailaendern und Vietnamesen finde ich, dass die Kambodschaner das liebenswerteste Volk mit einem fast kindlichen Gemuet (das meine ich ohne Arroganz) sind. Sogar die Gesichter haben einen Liebreiz. Ein freundliches Laecheln wird sofort erwidert. Ich faechele mir wegen der Hitze mit der Hand etwas Kuehlung zu und schon nimmt unser Fahrer die Speisekarte und wuerde mir bis in alle Ewigkeit Luft zufaecheln, wenn es mir nicht so peinlich waere und ich ihm sagen wuerde, dass er aufhoeren soll.
Genau das Gleiche passiert im Restaurant des legendaeren Te.O Hotels in Battambang. Zunaechst muss man sich in dieser Gegend, in der Touristen gerade jetzt wegen der Rezession wieder selten sind, daran gewoehnen, staendig beobachtet zu werden. Mindestens 1 Bedienung steht hoechstens 1 Meter entfernt jederzeit bereit, um jeden Wunsch zu erfuellen. Heute, an unserem 2. Tag im Hotel, kennt uns das Personal schon (wie gesagt, sehr wenig Touristen sind da) - insbesondere ich bin bekannt.
Denn nachmittags wollte ich eine Kanne Tee holen und zeichnete auf Grund der Sprachschwierigkeiten einen dampfenden Teekessel auf eine Servierte. Da war ich schon wieder umringt von 4 Frauen, die mich alle genauestens studierten. Die Aelteste - eben weil sie die Aelteste ist - nahm sich das Vorrecht, meinen Arm zu befingern und ueber meine Wange zu streichen. Entzueckt zeigte sie auf meine weisse Haut und machte meine Nase nach. Die drei juengeren Frauen musterten mich immer noch begeistert und stimmten der Alten mit ueberschwenglichen Gesten zu. Das ist nicht das erste Mal, dass mir das passiert. Wie gesagt, laeuft die Touristensaison wegen der Besetzung von Thailands Flughafen sehr schlecht, es sind aber immer noch genuegend Touristen da, so dass die Einheimischen an deren Anblick gewoehnt sein muessten. Nach Nachfragen bei unserem Reiseleiter war die Sache klar: Mein dunkles Haar, meine Alabasterhaut und meine klassische Nase erfuellen eindeutig das kambodschanische Schoenheitsideal.
Endlich, endlich wird mein wahrer Wert erkannt! Also, Leute, schaltet fruehzeitig den kambodschanischen Fernsehkanal ein! Ich werde bei der naechsten Show "Kambodschas next Top Model" auftreten.
Aber zurueck zum Hotel. Die Saison laueft schlecht, aber trotzdem bekam ich die Kanne Tee umsonst und eben gab es einen kostenlosen Obstteller als Nachtisch.
Ausserdem kam wieder eine Bedienung mit Baby an unserem Tisch vorbei - einfach, um mich wieder einmal ein bisschen aus der Naehe anzuschauen.
Genau das Gleiche passiert im Restaurant des legendaeren Te.O Hotels in Battambang. Zunaechst muss man sich in dieser Gegend, in der Touristen gerade jetzt wegen der Rezession wieder selten sind, daran gewoehnen, staendig beobachtet zu werden. Mindestens 1 Bedienung steht hoechstens 1 Meter entfernt jederzeit bereit, um jeden Wunsch zu erfuellen. Heute, an unserem 2. Tag im Hotel, kennt uns das Personal schon (wie gesagt, sehr wenig Touristen sind da) - insbesondere ich bin bekannt.
Denn nachmittags wollte ich eine Kanne Tee holen und zeichnete auf Grund der Sprachschwierigkeiten einen dampfenden Teekessel auf eine Servierte. Da war ich schon wieder umringt von 4 Frauen, die mich alle genauestens studierten. Die Aelteste - eben weil sie die Aelteste ist - nahm sich das Vorrecht, meinen Arm zu befingern und ueber meine Wange zu streichen. Entzueckt zeigte sie auf meine weisse Haut und machte meine Nase nach. Die drei juengeren Frauen musterten mich immer noch begeistert und stimmten der Alten mit ueberschwenglichen Gesten zu. Das ist nicht das erste Mal, dass mir das passiert. Wie gesagt, laeuft die Touristensaison wegen der Besetzung von Thailands Flughafen sehr schlecht, es sind aber immer noch genuegend Touristen da, so dass die Einheimischen an deren Anblick gewoehnt sein muessten. Nach Nachfragen bei unserem Reiseleiter war die Sache klar: Mein dunkles Haar, meine Alabasterhaut und meine klassische Nase erfuellen eindeutig das kambodschanische Schoenheitsideal.
Endlich, endlich wird mein wahrer Wert erkannt! Also, Leute, schaltet fruehzeitig den kambodschanischen Fernsehkanal ein! Ich werde bei der naechsten Show "Kambodschas next Top Model" auftreten.
Aber zurueck zum Hotel. Die Saison laueft schlecht, aber trotzdem bekam ich die Kanne Tee umsonst und eben gab es einen kostenlosen Obstteller als Nachtisch.
Ausserdem kam wieder eine Bedienung mit Baby an unserem Tisch vorbei - einfach, um mich wieder einmal ein bisschen aus der Naehe anzuschauen.
Ueber Kambodschas Geschichte - 25. Jan
Ich muss mein Urteil ueber Kambodscha relativieren oder zumindest differenzieren, denn unser erster Reiseleiter hat uns inzwischen sehr viel ueber die Geschichte Kambodschas erzaehlt.
Das grosse Reich der Khmer wurde in den letzten Jahren systematisch von Thailand und Vietnam terretorial scheibchenweise abgeknabbert und ausgesaugt. So sind von den urspruenglich 75% Wald, die das Land bedeckten, nur noch 25% uebrig, weil in einem Deal zwischen den Eliten Vietnams und Kambodschas Vietnam das gesamte Holz bekam.
An der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha verwertet Thailand einen Tempel touristisch, obwohl er Kambodscha zugesprochen wurde. Selbst Ankhor Vat, das Wahrzeichen Kambodschas, wurde in einem korrupten Deal an das Sokha Hotel verleast, das einem vietnamesischen Oelkonsortium angehoert. Ca. 10 % gehen an Sokha, 17 % an den Erhalt der Tempel und der Loewenanteil versickert in unergruendlichen Quellen.
Auch andere Tempel werden in Pachtvertraegen mit den asiatischen Nachbarstaaten touristisch ausgebeutet. Zumeist sieht Kambodscha keinen Cent vom Gewinn. D.h. unsere schoenen gruenen Dollar (wir haben fuer 3 Tage Zugang zur Tempelanlage Ankor Vats jeweils 40 Dollar bezahlt) gehen an in- und auslaendische Eliten und auf schweizer Konten.
Kein Wunder also, dass das Volk auf dem Lande sich noch mit dem Ochsenkarren fortbewegt, Hunger leidet und sich noch nicht einmal die Bildung der Kinder leisten kann. Denn selbst von den Lehrern, die wegen ihres mageren Gehalts illegal Zusatzbezahlung von den Schuelern fordern, lernen die Kinder Korruption.
Ueberhaupt kann man hier mit Geld alles kaufen. Wollte ich eine Massage plus 4-Gaenge-Menue und haette Lust auf die touristische Verwertung eines buddhistischen Friedhofs und die Verfilmung von Sexszenen mit einem kambodschanischen Kind, dann waere das mit dem noetigen Kleingeld ueberhaupt kein Problem.
Wenn man nun noch bedenkt, dass jeder heute lebende Kambodschander unter Polt Pot 1975 mindestens 1 Familienmitglied durch grausame Folter und Toetung verloren hat, verwundert es nicht, dass in diesem Land eine allgemeine Schwermut herrscht. Erst seit 10 Jahren gibt es Frieden und fuer alle scheint das das Wichtigste zu sein - den Frieden um jeden Preis wahren.
Trotz der Schwermut darf man aber den Stolz der Kambodschaner nicht vergessen und dass sie sich sehr dafuer schaemen, den Touristen nicht mehr bieten zu koennen. Ich versuchte, unseren Reiseleiter damit zu troesten, dass alles Zeit braucht, aber das scheint die grosse Scham und Schwermut nicht beschwichtigen zu koennen. Der Verlust des grossen Khmer-Reiches, die Misswirtschaft, Korruption und Armut machen den Kambodschanern schwer zu schaffen. Reisen ins Ausland sind sehr schwer - und das mit gutem Grund. Waere es erlaubt, das Land zu verlassen, waere es wohl ueber Nacht entvoelkert.
Unser zweiter Reiseleiter, der erst mit 15 Jahren in einem UN-Fluechtlingslager lesen und schreiben (und englisch) lernte, hat es als junger Mann in einem 1,5-taegigen Fussmarsch von der kambodschanischen Grenze nach Bangkok geschafft, wurde aber dort gefasst und deportiert. Damals war er so unerfahren, dass er keinen Pass und kein Geld dabei hatte, sondern einfach nur weg wollte. Sein Vater wurde von Pol Pot getoetet, als er 6 Jahre alt war und bis heute weiss er nicht, wo seine Leiche ist. Sein Glueck im Unglueck war, dass er im UN-Lager englisch lernen konnte und damit nun als Reiseleiter seine Familie mit mittlerweile 5 Kindern ernaehren kann. Dann eines wollte er, wie er sagte, nie: Fuer einen Hungerlohn im Reisfeld schuften.
Das grosse Reich der Khmer wurde in den letzten Jahren systematisch von Thailand und Vietnam terretorial scheibchenweise abgeknabbert und ausgesaugt. So sind von den urspruenglich 75% Wald, die das Land bedeckten, nur noch 25% uebrig, weil in einem Deal zwischen den Eliten Vietnams und Kambodschas Vietnam das gesamte Holz bekam.
An der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha verwertet Thailand einen Tempel touristisch, obwohl er Kambodscha zugesprochen wurde. Selbst Ankhor Vat, das Wahrzeichen Kambodschas, wurde in einem korrupten Deal an das Sokha Hotel verleast, das einem vietnamesischen Oelkonsortium angehoert. Ca. 10 % gehen an Sokha, 17 % an den Erhalt der Tempel und der Loewenanteil versickert in unergruendlichen Quellen.
Auch andere Tempel werden in Pachtvertraegen mit den asiatischen Nachbarstaaten touristisch ausgebeutet. Zumeist sieht Kambodscha keinen Cent vom Gewinn. D.h. unsere schoenen gruenen Dollar (wir haben fuer 3 Tage Zugang zur Tempelanlage Ankor Vats jeweils 40 Dollar bezahlt) gehen an in- und auslaendische Eliten und auf schweizer Konten.
Kein Wunder also, dass das Volk auf dem Lande sich noch mit dem Ochsenkarren fortbewegt, Hunger leidet und sich noch nicht einmal die Bildung der Kinder leisten kann. Denn selbst von den Lehrern, die wegen ihres mageren Gehalts illegal Zusatzbezahlung von den Schuelern fordern, lernen die Kinder Korruption.
Ueberhaupt kann man hier mit Geld alles kaufen. Wollte ich eine Massage plus 4-Gaenge-Menue und haette Lust auf die touristische Verwertung eines buddhistischen Friedhofs und die Verfilmung von Sexszenen mit einem kambodschanischen Kind, dann waere das mit dem noetigen Kleingeld ueberhaupt kein Problem.
Wenn man nun noch bedenkt, dass jeder heute lebende Kambodschander unter Polt Pot 1975 mindestens 1 Familienmitglied durch grausame Folter und Toetung verloren hat, verwundert es nicht, dass in diesem Land eine allgemeine Schwermut herrscht. Erst seit 10 Jahren gibt es Frieden und fuer alle scheint das das Wichtigste zu sein - den Frieden um jeden Preis wahren.
Trotz der Schwermut darf man aber den Stolz der Kambodschaner nicht vergessen und dass sie sich sehr dafuer schaemen, den Touristen nicht mehr bieten zu koennen. Ich versuchte, unseren Reiseleiter damit zu troesten, dass alles Zeit braucht, aber das scheint die grosse Scham und Schwermut nicht beschwichtigen zu koennen. Der Verlust des grossen Khmer-Reiches, die Misswirtschaft, Korruption und Armut machen den Kambodschanern schwer zu schaffen. Reisen ins Ausland sind sehr schwer - und das mit gutem Grund. Waere es erlaubt, das Land zu verlassen, waere es wohl ueber Nacht entvoelkert.
Unser zweiter Reiseleiter, der erst mit 15 Jahren in einem UN-Fluechtlingslager lesen und schreiben (und englisch) lernte, hat es als junger Mann in einem 1,5-taegigen Fussmarsch von der kambodschanischen Grenze nach Bangkok geschafft, wurde aber dort gefasst und deportiert. Damals war er so unerfahren, dass er keinen Pass und kein Geld dabei hatte, sondern einfach nur weg wollte. Sein Vater wurde von Pol Pot getoetet, als er 6 Jahre alt war und bis heute weiss er nicht, wo seine Leiche ist. Sein Glueck im Unglueck war, dass er im UN-Lager englisch lernen konnte und damit nun als Reiseleiter seine Familie mit mittlerweile 5 Kindern ernaehren kann. Dann eines wollte er, wie er sagte, nie: Fuer einen Hungerlohn im Reisfeld schuften.
Donnerstag, 5. Februar 2009
Nachtrag zu Bangkok - 24. Jan
Heute neigt sich unser Aufenthalt in Bankgkok dem Ende zu. Morgen frueh um 6.00 Uhr geht es weiter zu unserem Flug nach Pnomh Penh in kambodscha.
Eigentlich wollten wir heute morgen nochmals nach Bangkok uebersetzen, um chinatown zu besuchen. Kurz vor dem Ablegen stellten wir beide fest, dass wir beide eigentlich gar keine Lust auf die laute Stadt hatten und nur dem anderen zuliebe nochmals losgezogen waeren. Gut, dass man kommunizieren kann!
Wir ueberliessen Bagkok samt seinen uebervollen Strassen, glitzernden Tempeln, gekochten Huehnerfuessen, gebratenen Ratten, trinkfertigen Kokosnuessen und winkeligen, geheimnisvollen Gassen sich selbst und legten uns an den Pool.
Dort tummelten sich wieder einige alte, abgehalfterte Europaeer mit mit so jungen Thaifrauen, dass man versucht ist, eine Klage wegen Verfuehrung Minderjaehriger einzureichen. Ein alter Westler konnte vor Geilheit kaum mehr stillsitzen, und ich schwoere, die junge thai war kurz davor, sich vor Ekel in ihren gesponsorten Cocktail zu uebergeben. Die Bezahlung muss sehr gut oder die Not sehr gross sein - wahrscheinlich beides, denn sehr viele Menschen fluechten vom Land in die Stadt und suchen auf jede erdenkliche Weise in Auskommen.
Trotz alledem muss ich eines sagen: Die Armut ist gross, viele Frauen stehen den ganzen Tag in Abgaswolken an ihren kleinen Garkuechen oder Obststaenden. Eine Frau baeckt den ganzen Tag in blitzsauberen Metallformen kleine Madeleines aus Kuchenteig und verpackt sie liebevoll in durchsichtige Plastikbeutel, eine andere faedelt weisse Bluetenimitationen aus Kunststoff uebereinander, um sie als Opfergaben zu verkaufen, die an einem der Hunderte kleiner Altaere niedergelegt werden. An einem anderen Stand kann man sich eine Dauerwelle fuer Wimpern geben lassen und gleich nebenan gibt es drei gekochte Eier am Spiess. Trotz dieser Muehen sind die Leute freundlich, hoeflich und gelassen.
Die Stadt ist laut und eng, sie stinkt zum Himmel und auf den Strassen liegt Geroell, man wird ununterbrochen von Dutzenden von eindruecken ueberwaeltigt und dennoch ist das Land faszinierend. Man muss nur einen kleinen Scherz machen und ein bisschen laecheln und sofort entsteht ein Kontakt. der Ueberlebenskampf dort ist auch hart, aber irgendwie haben sich die Menschen nach meinem Gefuehl dort noch ein bisschen mehr Menschlichkeit bewahrt. Eigentlich gar nichts Besonderes. Sie sind einfach freundlich und man kann sich wie ein Kind mit einem Wildfremden ueber irgendetwas Kindisches kaputt lachen und dann weiter seiner Wege gehen.
Auch die letzte Flussfahrt am Abend war sehr schoen. Es sit angenehm kuehl, auf dem Fluss fahren ueberall beleuchtete, kleine Boote - es herrscht reger Betrieb. Alle paar Minuten haelt das Boot am Pier. Der Maat pfeift auf seiner Trillerpfeife einmal lang - das Boot haelt. Schnelle, kurze Pfiffe - der Bootsfuehrer muss etwas nach vorne. Zwei langsame Pfiffe - etwas zurueck. Und schon wird das Seil befestigt und dei Leute - oft auch Moenche in ihren orangenen Gewaendern, fuer die extra Sitze auf dem Boot reserviert sind - steigen ein und aus. Tatsaechlich ist trotz der hektischen Pfiffe und der vielen Passagiere die Fahrt ruhig und angenehm. Definitiv zeigt die Stadt auch hier ihren Zauber. Das Einzige, was hin und wieder stoert, sind die kleinen, neurotischen, westlichen Babies - uebrigens die einzigen Kleinkinder, die ich waehrend der gesamten Reise bislang habe schreien hoeren.
Eigentlich wollten wir heute morgen nochmals nach Bangkok uebersetzen, um chinatown zu besuchen. Kurz vor dem Ablegen stellten wir beide fest, dass wir beide eigentlich gar keine Lust auf die laute Stadt hatten und nur dem anderen zuliebe nochmals losgezogen waeren. Gut, dass man kommunizieren kann!
Wir ueberliessen Bagkok samt seinen uebervollen Strassen, glitzernden Tempeln, gekochten Huehnerfuessen, gebratenen Ratten, trinkfertigen Kokosnuessen und winkeligen, geheimnisvollen Gassen sich selbst und legten uns an den Pool.
Dort tummelten sich wieder einige alte, abgehalfterte Europaeer mit mit so jungen Thaifrauen, dass man versucht ist, eine Klage wegen Verfuehrung Minderjaehriger einzureichen. Ein alter Westler konnte vor Geilheit kaum mehr stillsitzen, und ich schwoere, die junge thai war kurz davor, sich vor Ekel in ihren gesponsorten Cocktail zu uebergeben. Die Bezahlung muss sehr gut oder die Not sehr gross sein - wahrscheinlich beides, denn sehr viele Menschen fluechten vom Land in die Stadt und suchen auf jede erdenkliche Weise in Auskommen.
Trotz alledem muss ich eines sagen: Die Armut ist gross, viele Frauen stehen den ganzen Tag in Abgaswolken an ihren kleinen Garkuechen oder Obststaenden. Eine Frau baeckt den ganzen Tag in blitzsauberen Metallformen kleine Madeleines aus Kuchenteig und verpackt sie liebevoll in durchsichtige Plastikbeutel, eine andere faedelt weisse Bluetenimitationen aus Kunststoff uebereinander, um sie als Opfergaben zu verkaufen, die an einem der Hunderte kleiner Altaere niedergelegt werden. An einem anderen Stand kann man sich eine Dauerwelle fuer Wimpern geben lassen und gleich nebenan gibt es drei gekochte Eier am Spiess. Trotz dieser Muehen sind die Leute freundlich, hoeflich und gelassen.
Die Stadt ist laut und eng, sie stinkt zum Himmel und auf den Strassen liegt Geroell, man wird ununterbrochen von Dutzenden von eindruecken ueberwaeltigt und dennoch ist das Land faszinierend. Man muss nur einen kleinen Scherz machen und ein bisschen laecheln und sofort entsteht ein Kontakt. der Ueberlebenskampf dort ist auch hart, aber irgendwie haben sich die Menschen nach meinem Gefuehl dort noch ein bisschen mehr Menschlichkeit bewahrt. Eigentlich gar nichts Besonderes. Sie sind einfach freundlich und man kann sich wie ein Kind mit einem Wildfremden ueber irgendetwas Kindisches kaputt lachen und dann weiter seiner Wege gehen.
Auch die letzte Flussfahrt am Abend war sehr schoen. Es sit angenehm kuehl, auf dem Fluss fahren ueberall beleuchtete, kleine Boote - es herrscht reger Betrieb. Alle paar Minuten haelt das Boot am Pier. Der Maat pfeift auf seiner Trillerpfeife einmal lang - das Boot haelt. Schnelle, kurze Pfiffe - der Bootsfuehrer muss etwas nach vorne. Zwei langsame Pfiffe - etwas zurueck. Und schon wird das Seil befestigt und dei Leute - oft auch Moenche in ihren orangenen Gewaendern, fuer die extra Sitze auf dem Boot reserviert sind - steigen ein und aus. Tatsaechlich ist trotz der hektischen Pfiffe und der vielen Passagiere die Fahrt ruhig und angenehm. Definitiv zeigt die Stadt auch hier ihren Zauber. Das Einzige, was hin und wieder stoert, sind die kleinen, neurotischen, westlichen Babies - uebrigens die einzigen Kleinkinder, die ich waehrend der gesamten Reise bislang habe schreien hoeren.
Montag, 26. Januar 2009
Phnom Phen - 26. Jan
Gestern sind wir kurz vor 9 Uhr morgens (5.00 Uhr frueh aufgestanden) in Kambodscha angekommen und haben gleich mal als Wegezoll und Devisen 20 Dollar fuer das Visum bezahlt. Ueberhaupt oeffnet der Dollar hier Tuer und Tor. Das Land ist gotterbaermlich arm. Gestern haben wir den russischen Markt besucht und als Auslaender gleich mal 1 Dollar pro Kaffee bezahlt. Dann waren wir beim Tempel Wat Phnom, genauso wie die Stadt benannt nach der alten Frau Phnom, fuer die auch extra neben dem Haupttempel ein Heiligtum errichtet wurde.
Um in den Tempel zu gehen, musste man wie immer die Schuhe ausziehen. Ich wunderte mich schon, warum ein kleiner Junge sich praktisch auf meine Sandalen setzte. Als ich wieder raus kam, war alles klar. Er hatte meine Schuhe gegenueber den anderen Bettlern fuer sich reserviert, um sie mir dann anzureichen und ein Almosen zu bekommen. Das habe ich auch gegeben und wurde dann von 5 weiteren Bettlern und verstuemmelten Menschen umringt, die ihre Gliedmassen durch Landminen verloren haben und fuer ihren Lebensunterhalt bettlen muessen, weil der Staat nicht fuer sie sorgen kann. Ich war ueberfordert und habe unserem jungen, einheimischen Fuehrer gesagt, dass ich nun sofort gehen moechte.
Das Land ist faszinierend, aber ich kann nicht sagen, dass es schoen oder dass Phnom Phen irgendwie lieblich waere. Als Tourist wird man vorwiegend als Geldquelle fuer gruene Scheine betrachtet. Im Hotel ist trotz des devoten Service eine klare, unterschwellige Renitenz spuerbar. Fuer Einheimische ist alles spottbillig. Wir als Nichtasiaten zahlen Sonderpreise und im Hotel kostet eine Tasse Kaffee 3.50 Dollar, was ich, obwohl ich viel Verstaendnis fuer alles hier habe, nicht als besonders produktiv fuer die Foerderung des Tourismus erachte. Niemand wird gern wie eine Weihnachtsgans ausgenommen.
Das war ein kurzer, erster Eindruck. Es ist bald 5 Uhr abends und wir machen nun mit unserem Fuehrer eine kleine Bootstour.
Um in den Tempel zu gehen, musste man wie immer die Schuhe ausziehen. Ich wunderte mich schon, warum ein kleiner Junge sich praktisch auf meine Sandalen setzte. Als ich wieder raus kam, war alles klar. Er hatte meine Schuhe gegenueber den anderen Bettlern fuer sich reserviert, um sie mir dann anzureichen und ein Almosen zu bekommen. Das habe ich auch gegeben und wurde dann von 5 weiteren Bettlern und verstuemmelten Menschen umringt, die ihre Gliedmassen durch Landminen verloren haben und fuer ihren Lebensunterhalt bettlen muessen, weil der Staat nicht fuer sie sorgen kann. Ich war ueberfordert und habe unserem jungen, einheimischen Fuehrer gesagt, dass ich nun sofort gehen moechte.
Das Land ist faszinierend, aber ich kann nicht sagen, dass es schoen oder dass Phnom Phen irgendwie lieblich waere. Als Tourist wird man vorwiegend als Geldquelle fuer gruene Scheine betrachtet. Im Hotel ist trotz des devoten Service eine klare, unterschwellige Renitenz spuerbar. Fuer Einheimische ist alles spottbillig. Wir als Nichtasiaten zahlen Sonderpreise und im Hotel kostet eine Tasse Kaffee 3.50 Dollar, was ich, obwohl ich viel Verstaendnis fuer alles hier habe, nicht als besonders produktiv fuer die Foerderung des Tourismus erachte. Niemand wird gern wie eine Weihnachtsgans ausgenommen.
Das war ein kurzer, erster Eindruck. Es ist bald 5 Uhr abends und wir machen nun mit unserem Fuehrer eine kleine Bootstour.
Samstag, 24. Januar 2009
Tigertempel - 24. Jan
Als wir am Tigertempel ankamen, hatten wir bereits eine 3-stuendige Fahrt hinter uns. Eigentlich haetten wir den Zug ueber eben jene Bruecke am Kwae nehmen sollen, aber die Reiseleiterin sagte, dass der Zug Verspaetung haette und es besser sei, weiter im Kleinbus zu reisen. Wir haben das akzeptiert, obwohl wir alle die Geschichte nicht ganz glaubten. Es war uns im Grunde recht, denn niemand in unserer Gruppe wollte 20 minuten in sengender Hitze im Zug stehen. Statt dessen zogen wir weiter unseren klimatisierten Bus vor. ausserdem haben wir auch folgendes festgestellt: Es bringt nichts, mit thais zu streiten. Sie laecheln und wiederholen einfach das, was sie wollen solange, bis man aufgibt. Zudem war unser Hirn eh schon halb geroestet und wir wollten einfach nur noch die Tiger sehen, die frei in einem buddhistischen Kloster leben.
Alles begann mit einem weiblichen tigerbaby, das ein Wilderer, der im Auftrag reicher Kunden dessen Mutter fuer die chinesische Medizin getoetet hatte, zur Weise gemacht hatte. Er verkafute es an einen reichen Thai, der es ausstopfen lassen wollte. Der Tierarzt pfuschte aber, als er das Baby mit Formalin vollspritzte, und das Baby ueberlebte. In einem solchen Fall darf das Tier nach buddhistischem Glauben nicht nochmals getoetet werden. Einige Thais sammelten Geld, kauften es dem reichen Thai ab und brachten es zum Temple, der sich der Verbreitung des Bnd dem Schutz wilder Tiere widmet. So fing also alles an. Heute leben dort 16 Tiger, u.a. auch Babies, die dort geboren sind. Ohne das Kloster, in dem noch Wildschweine, Rehe, Huehner und Kuehe Zuflucht gefunden haben, wurden die tiger von wilderern fuer die chinesische Medizin getoetet werden.
Nach der Fuetterung mit gekochten Huehnern liegen die Tiager faul in einem Canyon in der \sonne und doesen verdauend vor sich hin. Das sit die Zeit der Touristen. Von 1 bis 3 uhr werden die tiger gnadenlos im akkord gestreichelt.
Man muss Sonnenbrille, Hut, Tasche und alles, was irgendwie lose ist und zum Spielen anregt, ablegen und sich anstelllen. Dann wird man von einem Waerter an die Hand genommen und von einem Tiger zum anderen gefuehrt. Meine Waerterin wies mich genau an, wo ich mich zu setzen habe, waehrend eine andere Waerterin mit meiner Kamera Bilder machte. Ich gebe zu, dasss ich doch etwas Angst hatte, obwohl die Tiger vollgefressen vor sich hindoesten und angekettet waren (die Waerter beteuerten, dass sie nicht sediert seien, sondern einfach nur muede, denn mit Sedierug wurden sie innerhalb von 6 Monaten sterben). Daher habe ich auch leichten Herzens auf das 1000 Baat (20 euro) teure "Special Foto" verzichtet, bei dem man sich sozusagen laengs an den BAuch des Tigers kuschelt und der Abt des Klosters noch die Pfote das Tigers ueber die Schulter drapiert.
Die 1000 Baat werden dazu verwendet, einen neuen Lebensraum fuer die Tiger zu bauen, in dem sie geschutzt vor Wilderern leben koennen.
Das Kloster beherbergt nicht nur Tiger, sondern auch viele andere Tiere, die dem Kloster zugelaufen sind oder von Einheimischen gebracht wurden (Rehe, Kuehe, Wildschweine und Huehner - alle eintraechtig vereint).
Auf dem Rueckweg durch den Park liefen wir auch an einem Klostertempel vorbei. Oben auf der Terasse stand ein grantiger Moench und winkte uns herbei. Erst wollten wir gar nicht hinein, weil die Zeit schon knapp war, aber der Grantler bestand auf der Ehrung Buddahs bevor wir gingen. Also zogen wir wieder unsere Schuhe aus, gingen die paar Stufen hoch und liessen uns vom Moench befehligen, was zu tun sei. Raeucherstaebchen anzuenden, in die urne stecken, dreimal vor Buddha verbeugen und dann schnell, schnell wieder gehen, um Platz fuer die naechsten Touristen zu machen. Allerdings nicht ohne vorher noch auf unmissverstaendliche Aufforderung hin eine kleine Spende in eine Kupferschale zu geben.
Eine arme Touristin trat versehentlich auf die erhoehte Platttform, die nur den Moenchen vorbehalten ist - was auch auf englisch auf einem Schild steht, dass man aber als armer, verschiwtzter Westler leicht uebersieht. Sie wurde gleich angeraunzt: You no eyes? Not for you!
Also, der Moench war trotzdem irgendwie lustig, aber ich glaube, die Lotusbluete seines Herzens war vielleicht noch nicht ganz voll erblueht und er muss auch erst noch einmal von einem Fisch verschlungen und gruendlich durchgekaut werden :))
Friedhof der Kriegsgefangenen - 23. Jan.
Heute sind wir wieder frueh aufgestanden (6.10 Uhr), um dann im Kleinbus zu unserem Ausflug zur Bruekce am Kwae Fluss, dem kriegsgefangenenmuseum und dem tigertempel zu fahren.
Wir waren ein illustres Grueppchen - 2 Norweger (Mutter und Sohn), 2 Schottinnen (ein Paeaerchen) und wir beide.
Zunaechst ging es zum Kriegsgefangenenfriedhof des 2. Weltkriegs. Der beeindruckte mich nicht so sehr. Umso beeindruckender war dann aber das Kriegsgefangenenmuseum JEATH in Kanchanaburi. Die langgestreckte Bambusheutte des Museums ist den Huetten der Kriegsgefangenen nachempfunden, in denen jeder nur einen halben Meter Platz zum Schlafen hatte.
Die Abkuerzung JEATH steht fuer Japan (J) - das waren die Kommandeure - America and Australia (A), Thailand (T) und Holland (H). Das waren die Gefangenen unter Japans Knute.
Diese 30.000 Gefangenen und 200.000 Zwangsarbeiter mussten die 415 km langen "Eisenbahnschienen des Todes" unter japansicher Aufsicht bauen. die Haelfte der Gefangnen und Arbeiter starbe an Folter, Krankheit und Entkraftung. Zum Beispiel mussten sie stundenlang ohne Wasser in der heissen sonne stehen, einen schweren Stein ueber dem Kopf halten oder sinnlos immer wieder Gruben graben.
Wie in der Broschuere des Museums steht, wurde die Abkuerzung JEATH statt DEATH gewaehlt, weil DEATH zu schrecklich klingt. Es steht aber auch dort, dasss dieses Museum nicht zur Foerderung des Hasses gegen die Japander ggruendet wurde, sondern um zu ziegen, wie schrecklich der Krieg ist.
Wir waren ein illustres Grueppchen - 2 Norweger (Mutter und Sohn), 2 Schottinnen (ein Paeaerchen) und wir beide.
Zunaechst ging es zum Kriegsgefangenenfriedhof des 2. Weltkriegs. Der beeindruckte mich nicht so sehr. Umso beeindruckender war dann aber das Kriegsgefangenenmuseum JEATH in Kanchanaburi. Die langgestreckte Bambusheutte des Museums ist den Huetten der Kriegsgefangenen nachempfunden, in denen jeder nur einen halben Meter Platz zum Schlafen hatte.
Die Abkuerzung JEATH steht fuer Japan (J) - das waren die Kommandeure - America and Australia (A), Thailand (T) und Holland (H). Das waren die Gefangenen unter Japans Knute.
Diese 30.000 Gefangenen und 200.000 Zwangsarbeiter mussten die 415 km langen "Eisenbahnschienen des Todes" unter japansicher Aufsicht bauen. die Haelfte der Gefangnen und Arbeiter starbe an Folter, Krankheit und Entkraftung. Zum Beispiel mussten sie stundenlang ohne Wasser in der heissen sonne stehen, einen schweren Stein ueber dem Kopf halten oder sinnlos immer wieder Gruben graben.
Wie in der Broschuere des Museums steht, wurde die Abkuerzung JEATH statt DEATH gewaehlt, weil DEATH zu schrecklich klingt. Es steht aber auch dort, dasss dieses Museum nicht zur Foerderung des Hasses gegen die Japander ggruendet wurde, sondern um zu ziegen, wie schrecklich der Krieg ist.
Grand Palace und Smaragdbuddha
Nach dem liegenden Buddha haetten wir uns auch am liebsten ein bisschen hingelegt. Aber die Zeit draengte, denn es war schon um die Mittagszeit und der Grand Palace wuerde um halb vier schliessen. Also versuchten wir zunaechst auf dem riesigen Tempelgelaende den Ausgang zu finden und kamen schliesslich auf einer vielbefahrenen Strasse mit endlosen, kleinen Marktstaenden heraus. Direkt neben den wartenden Bussen, Tuk-Tuks und Taxis stehen Garkuechen mit den verschiedensten Gerichten und Fruechten. Alles sehr sauber und appetitlich. Andererseits fragt man sich, welche Wirkung der Auspuff des laufenden Busses, direkt neben dem Stand, auf das Essen hat.
Wir schlugen uns durch die Staende und Autos durch und landeten schliesslich auf einem Markt, der noch vollgepackter war. Und da kam er wieder: Der sensorische Overkill. Zu unserer grossen Schande fluechteten Manni und ich in ein beinhart touristisches, ueberteuertes, klimatisiertes Restaurant. Hauptsache eine Weile Ruhe vor all den Eindrucken und der Hitze.
nach einem Teee und etwas Essen sah die Welt gleich viel besser aus und wir marschierten weiter Richtung Smaragbuddha. Eben hatte ich manfred noch gesagt, dass er niemanden nach dem Weg fragen soll, weil ueberall Touristenschlepper lauern und prompt wurde ich ein Opfer eines uniformierten mannes am Tor des Grand Palace, der ein wichtiges, goldenes Abzeichen am Hemd trug. Fuersorglich hielt er mich fest und erklaerte mir auf englisch, dasss heute eine koenigliche Zeremonie sei und der Tempel deshalb geschlossen hatte. Dabei deutete er auf ein grosses Schild mit thailaendischer Schrift, auf dem aber ganz klar 9.00 - 12.00 Uhr zu lesen und demgemaess der Tempel jetzt schon zu sei. Er nahm meine karte und zeichnete mir andere Tempel ein und erklaerte mir, dass ich diese besuchen koenne. Es waere aber sehr weit zu laufen und daher brauchte ich ein Tuk-Tuk oder ein Taxi. Als er das 3 mal wiederholt hatte, wurde mir dann auch endlich klar, dass er einer dieser Schlepper war. Sobald wir im Tuk-Tuk sitzen wuerden, bekaeme er eine Provision und das Tuk-Tuk wuerde uns auch nicht zum Tempel sondern trotz Protest zu einem grossen Shopping Center fahren, wo der Fahrer dann wiederum Provision fuer unsere Einkaeufe bekaeme. Also bedankte ich mich einfach freundlich fuer die Tipps, laechelte fein asiatisch, verbeugte mich mit gefalteten Haenden und machte mich mit Manni aus dem Staub.
Weiter ging es die laute, heisse Strasse entlang, vorbei an etlichen Unkenrufern, die alle beteuerten, dass der Tempel verrammelt und verriegelt sei - No, no, don't go. Temple closed! Temple closed! - Schliesslich erreichten wir dann endlich den sperrangelweit offenen Eingang des Tempels, wo uns Reiseleiter etc. aufhalten wollten. Muss ich sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt die asiatische Freundlichkeit abgelegt und den Modus Dampfwalze eingeschaltet hatte?
Aber die Muehen hatten sich gelohnt. Der Tempel ist wunderschoen. Eine unvorstellbare Pracht aus Gold, Porzellan und Glas. Der Smaragbuddha ist eigentlich aus Jade und sehr klein. Er thront ganz oben im Tempel und wirkt regelrecht suess, zerbrechlich, unschuldig und fein und trozdem sehr kraftvoll. Voller Ehrfurcht beten die Thais diesen Buddha, eines ihrer wichtigsten Heiligtuemer an. Tatsaechlich war ich auch sehr von diesem buddha ergriffen und lasse damit einfach die Bilder sprechen.
Der liegende Buddha
Und weiter ging es zum naechsten Tempel, dem Wat Pho, mit dem 42 Meter langen liegenden Buddha. Es wurde schon immer heisser, doch wir schlugen uns weiter tapfer und umrundeten mit Dutzenden anderer Touristen barfuss, und ohne sonnenbrille oder Mutze den beindruckenden goldenen Buddha mit dem sanft laechelnden Gesicht. Fast zu gross zum Fotigrafieren, aber wie ihr sehen koennt, ist es uns doch gelungen, einen matten Abklatsch seiner Pracht auf unsere Kamera zu bannen :))
Tempel der Morgenroete
Heute standen wir fuer unsere Tempeltour extra frueh auf (8.00 Uhr), um zu grosse Hitze zu vermeiden. Die letzen Tage bin ich immer wie geraedert und quasi bewegungsunfaehig aufgewacht, was sicherlich auf den Temperaturunterschied von ueber 20 Grad, Jetlag und Ueberarbeitung (ich muss ja noch arbeiten, weil ich nicht genug Schulden habe, um ein Rettungspaket zu bekommen)zurueckzufuehren ist.
kaum mit unserer Faehre am Taskin Pier angekommen, liefen wir ein paar meter zum Sathorn Pier und fuhren von dort fuer stolze 10 Baht (25 Cent) ein paar Stationen und setzen dann mit der nachsten Faehre (fuer 3 Baht - so wenig, dass ich es gar nicht umrechnen kann) zum Tempel der Morgenroete (Wat Arun) ueber.
Im Hotel
Diesen Bericht schreibe ich zunaechst im Zimmer unseres klimatisierten 5-Sterne Hotels. Ich muss gestehen, manchmal weiss ich den Luxus der modernen Zivilisation doch sehr zu schaetzen. Eben sind wir mir unserer kostenlosen Hotelfaehre von unseren Tempelausfluegen zurueckgekehrt.
Die viertelstuendige Fahrt ist wie eine Uebergangszeit von einer Welt in die andere. Gerade ist man noch am geschaeftigen Taskin Pier, wo ein freundlicher Wachsoldat fuer die Touristen die Nmen der Hotelfaehren in unverstaendlichem Englisch ausruft, und dann - mit dem Betreten des Boots - beginnt die Entspannung. Auf dem Bot ist ein uniformierter Hotelmitarbeiter mit knielangen, blauen Hosen und weissen, kniehohen Struempfen eigens dazu abgestellt, uns beim Ein- und Aussteigen behilflich zu sein und kleine, gekuehlte, weisse Handtuechlien von einem Tablett anzureichen. Damit wischt man sich dann endgueltig Staub, Schweiss und Sonnencremereste weg und weiss - ich darf nach der Stippvisite ins grelle, geschaeftige Bankgkok zurueck in die Oase der Ruhe eines westlichen Hotels.
Dienstag, 20. Januar 2009
Immer noch im Moloch
Tja, meine lieben, wir sind noch immer in Bankgkok. eigentlich wollten wir nur ein paar tage in bangkok blieben ud dann weiter nach chiang mei, das ca. 10 stunden entfernt ist. allerdigs haetten wir von chiang mei dann am sonntag wieder zurueck nach bangkok gemusst, um von dort unsere weiterreise nach kambodscha anzutreten. mir war das alles wegen akuter erschoepfung zuviel, daher bleiben wir erst mal hier.
gestern haben wir unsere erste tour unternommen - zum nach westlicher arschitektur angelegten park und koenigspalast des thailaendischen koenigs und dann weiter zur alten tempelstadt Ayutthaya.
der park war nicht so interessant, eben weil er groesstenteils westlich angelegt war - das kennen wir ja schon :). interessant war aber die kleine bruecke ueber den fluss, die auf der seite zu den normalen hofmitgliedern hin einen lange, durchbrochene holzwand hatte, damit niemand die 60 konkubinen des koenigs lustwandeln sah. das ganze anwesen wurde uebrigens von dem koenig angelegt, den man aus dem film "Der Koenig und ich" kennt.
Im park mussten maenner und frauen, die zu kurze shorts und aermellose hemden/blusen trugen, gegen pfand lange shorts bzw. lange roecke und blusen ausleihen. ich hatte glueck, weil meine kurzen hosen ueber die knie gingen.
Ayutthaya war da schon interessanter. frueher war die stadt, die schon im 14. jahrhundert angelegt wurde, von 20 meter hohen und 5 meter dicken mauern umgeben. zudem liegt sie quasi auf einer insel und war daher kaum einnehmbar. trotzdem wurde sie im lauf der geschichte zerstoert und man sieht heute die noch immer beindruckenden stupas und buddhastatuen. dazwischen duftende franjipanis.
unser reiseleiter hielt auch einen kleinen vortrag ueber buddhismus: der gruss mit wie beim gebet zuammengefalteten haenden ist das symbol fuer eine lotosknospe. und das herz der menschen ist auch wie die lotosblume. bei manchen ist es offen wie die lotosbluete auf dem wasser, bei manchen noach eine knospe. diese menschen brauchen worte der weiheit. bei anderen menschen ist das herz so verschlossen, dass sie zum erbluehen tief im see, das wo die wurzeln der blume im schlamm sind, von einem fisch gefressen und dann wieder ausgeschieden werden muessen. das ist das leid, dass die menschen erdulden muessen - ich fuerchte, die meisten von uns sind gerade in irgendeinem fischbauch und werden vom leben weichgeklopft.
eben haben wir mannis neue brille geholt - nach einem halbstuendigen marsch durch die wahnsinnig lauten und schmutzigen strassen bankgkoks. natuerlich haben wir uns inmitten einer eindlosen schar hunderter schueler, tuk-tuks, autos, bussen, garkuechen, strassenstaenden etc. wieder verlaufen. ein schulmaedchen, das perfekt englisch sprach, fuehrte uns wieder auf den weg zurueck. gottlob. also, die stadt ist nichts zum laenger verweilen. man bekommt binnen kurzer zeit einen visuellen, auditiven und sogar einen geruchsoverkill. eine ratte lief mir auch schon auf dem gehsteig ueber den weg.
morgen werden wir versuchen, den tempel mit dem smaragdbuddha und den liegenden buddha zu besuchen. aber ich sage euch, soweit es geht, werden wir das auf dem wasserweg mit einem der vielen expressboote machen. das leben pur ist nicht immer fuer verweichlichte europaer so leicht zu ertragen. sogar die hunde hier wirken schlauer als unsere.
Sonntag, 18. Januar 2009
Bangkok
halli hallo alle miteinander,
nun sind wir also schon seit 2 Tagen in Bangkok. Unser Flug war sehr schoen, weil manni in weiser voraussicht "economy plus" plaetze gebucht hatte. weil in diesem abteil so wenige buchungen waren, konne jeder von uns auf drei plaetzen schlafen, und so kamen wir nach einer zwischenstation in Ho Chi Min City (Saigon) (wo wir eine tasse gruenen tee im einfachen beutel fuer sage und schreibe 4 euro geniessen durften) in bangkok an.
unser hotel ist das marriot ressort am Chao Phraya (dem Koenigsfluss) auf der anderen seite des molochs bangkok im stadtteil Thonburi. das ist ein glueck fuer mich, denn ein hotel in dieser wahnsinnig betriebsamen stadt waere nix fuer mich. wir haben jetzt einen blick auf einen wunderschoenen garten und den pool. ausserdem sieht man den fluss, auf dem viel los ist, weil er wie eine strasse genutzt wird. so werden wir auch waehrend der 8 tage, die wir hier sind, einige der 400 tempel besichtigen, denn man kann mit einem expressboot an verschiedenen piers aussteigen und so den schrecklichen verkehr vermeiden.
wir waren schon 2 mal in der stadt und sind durch einen der vielen maerkte gelaufen. dort konnten wir auch schon den anblick gegrillter heuschrecken und maden geniessen. und auch ein klenes, wuscheliges, braunes huendchen wurde in einem kleiderstand liebevoll von drei thailaenderinnen in ein mini-rosa-kleidchen eingekleidet.
alle sind sehr, sehr nett, viele aber auch sehr arm.
einen thai massage haben wir uns auch gleich geben lassen - manni und ich 1 stunde zusammen in einem raum mit 2 masseurinnen. warum manni die kleine, zierliche thai und ich die grosse wallkuere bekam, weiss allein buddah. manni haben auch die hosen, die man dazu tragen muss, nicht gepasst, weil sein bauch zu gross war. die kleine thai meinte gleich, er haette da wohl 2 babies drin (manni meint, dieser kommentar waere ein bisschen frech, aber ich darf ihn drin lassen :))))
dann haben wir auch gleich nach langwierigen anproben mit einer entzueckenden optikerin eine neue brille fuer manni ausgesucht - fuer ganze 130 euro komplett. die massage hat uebrignes 5 euro fuer eine stunde gekostet.
man sieht hier durchaus immer wieder ca. 70 jahre alte maenner mit blutjungen thaifrauen haendchen halten - auch in unserem noblen hotel. offensichtlich sind die frauen angemietet, ich hoffe nur, dass sie nicht noch zuviel provision an irgendeinen depperten zuhaelter oder eine fragwuerdige agentur abdruecken mussen, wenn sie sich schon mit dem deutschen ausschuss abgeben muessen.
viele gruesse von nicolette und manfred. wir erkunden jetzt weiter die gegend und schauen uns wieder einen der tempel an.
nun sind wir also schon seit 2 Tagen in Bangkok. Unser Flug war sehr schoen, weil manni in weiser voraussicht "economy plus" plaetze gebucht hatte. weil in diesem abteil so wenige buchungen waren, konne jeder von uns auf drei plaetzen schlafen, und so kamen wir nach einer zwischenstation in Ho Chi Min City (Saigon) (wo wir eine tasse gruenen tee im einfachen beutel fuer sage und schreibe 4 euro geniessen durften) in bangkok an.
unser hotel ist das marriot ressort am Chao Phraya (dem Koenigsfluss) auf der anderen seite des molochs bangkok im stadtteil Thonburi. das ist ein glueck fuer mich, denn ein hotel in dieser wahnsinnig betriebsamen stadt waere nix fuer mich. wir haben jetzt einen blick auf einen wunderschoenen garten und den pool. ausserdem sieht man den fluss, auf dem viel los ist, weil er wie eine strasse genutzt wird. so werden wir auch waehrend der 8 tage, die wir hier sind, einige der 400 tempel besichtigen, denn man kann mit einem expressboot an verschiedenen piers aussteigen und so den schrecklichen verkehr vermeiden.
wir waren schon 2 mal in der stadt und sind durch einen der vielen maerkte gelaufen. dort konnten wir auch schon den anblick gegrillter heuschrecken und maden geniessen. und auch ein klenes, wuscheliges, braunes huendchen wurde in einem kleiderstand liebevoll von drei thailaenderinnen in ein mini-rosa-kleidchen eingekleidet.
alle sind sehr, sehr nett, viele aber auch sehr arm.
einen thai massage haben wir uns auch gleich geben lassen - manni und ich 1 stunde zusammen in einem raum mit 2 masseurinnen. warum manni die kleine, zierliche thai und ich die grosse wallkuere bekam, weiss allein buddah. manni haben auch die hosen, die man dazu tragen muss, nicht gepasst, weil sein bauch zu gross war. die kleine thai meinte gleich, er haette da wohl 2 babies drin (manni meint, dieser kommentar waere ein bisschen frech, aber ich darf ihn drin lassen :))))
dann haben wir auch gleich nach langwierigen anproben mit einer entzueckenden optikerin eine neue brille fuer manni ausgesucht - fuer ganze 130 euro komplett. die massage hat uebrignes 5 euro fuer eine stunde gekostet.
man sieht hier durchaus immer wieder ca. 70 jahre alte maenner mit blutjungen thaifrauen haendchen halten - auch in unserem noblen hotel. offensichtlich sind die frauen angemietet, ich hoffe nur, dass sie nicht noch zuviel provision an irgendeinen depperten zuhaelter oder eine fragwuerdige agentur abdruecken mussen, wenn sie sich schon mit dem deutschen ausschuss abgeben muessen.
viele gruesse von nicolette und manfred. wir erkunden jetzt weiter die gegend und schauen uns wieder einen der tempel an.
Mittwoch, 14. Januar 2009
Kurz vor der Abreise ....
...erstelle ich noch diesen Blog. Man glaubt es nicht, ich habe noch nicht gepackt. Es ist nachts um halb zwei und morgen um 11.30 fährt der Bus zum Flughafen ab. Spülen muss ich auch noch ....
Jetzt gehe ich erst mal ein Nickerchen machen und stehe dann morgen früh um halb acht wieder auf.
Zum Abschlußein kleines Gedicht zur Einstimmung:
Eure Nicolette
Jetzt gehe ich erst mal ein Nickerchen machen und stehe dann morgen früh um halb acht wieder auf.
Zum Abschlußein kleines Gedicht zur Einstimmung:
Zu lange war ich hinterm Ofen,
nun kriech’ ich vor und fliege weg
in ein warmes, östliches Versteck.
Gleich steig ich in die Luft
Ich rieche schon den feinen Duft
Nach Sonne, Meer und Heiterkeit.
Der Pilot ist nun soweit
Ich werfe einen letzten Blick zurück
und denke mir – hast du ein Glück.
Eure Nicolette
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