Mittwoch, 11. Februar 2009

Hotel in Siem Reap

Unser 5-Sterne Hotel ist ein Schock. Es ist Chinesisches Neujahr, das frenetisch gefeiert wird und in der Lobby herrscht ein Hoellenlaerm. Ueberall Touristen, Chinesen und eine laute Band spielt Musik.
Nach mehreren Fehlschlaegen und viel Laecheln (das erste Zimmer war neben einer lauten Klimaanlage, das Zweite ein Raucherzimmer) finden wir das ideale Zimmer.

Beim Abendessen trifft uns der zweite Schlag. Battambang war in seiner Abgeschiedenheit eher urspruenglich - die anderen Hotelgaeste waren weitgehend aus Asien. Doch hier werden wir zurueckgeschleudert in den Westen. Ich sehe MacDonalds Botschafter - leicht hoerbar am vulgaeren, inhaltsleeren, lauten Geschwafel und erkennbar an unterschiedlichen Graden der Verfettung. Deutsche Oekoakademiker sind auch zu Hauf vorhanden. Wie schoen - fast wie daheim.

Der Deutsche nimmt mir, kaum dass ich ihm den Ruecken kehre, das Besteck vom Tisch. ich erwische ihn und sage, "Sie haben mein Besteck geklaut". Er: "Ach, ich dachte, das sitzt niemand."
Sitz niemand?? Auf dem Tisch stand mein randvoller, frischer Obstteller.

Ich gehe wieder ans Buffet und hole mir ein Gericht aus einem Warmhaltebehaelter. Neben mir steht auf Tuchfuehlung ungeduldig eine Amerikanerin. Ich spuere, sie wuerde mir am liebsten sofort die Kelle aus der Hand reissen. Ich hingegen wurde ihr am liebsten mit der Kelle auf den hohlen Kopf klopfen, halte mich aber aus Angst vor den karmischen Folgen - womoeglich werde ich als begehrte, kraueterfressende Spinne wiedergeboren und frittiert - zurueck. Stattdessen reiche ich ihr mit einem sanften, asiatischen Laecheln die Kelle und sage: "Here you are."

Muss ich erwaehnen, dass sie sich nicht bedankt hat?

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