Freitag, 6. Februar 2009

Ueber die Schoenheit - 25. Jan.

Neben der Schwermut und dem Stolz der Kambodschaner darf aber auch die grosse Menschlichkeit und Freundlichkeit trotz der harten Lebensumstaende nicht unerwaehnt bleiben. Verglichen mit den Thailaendern und Vietnamesen finde ich, dass die Kambodschaner das liebenswerteste Volk mit einem fast kindlichen Gemuet (das meine ich ohne Arroganz) sind. Sogar die Gesichter haben einen Liebreiz. Ein freundliches Laecheln wird sofort erwidert. Ich faechele mir wegen der Hitze mit der Hand etwas Kuehlung zu und schon nimmt unser Fahrer die Speisekarte und wuerde mir bis in alle Ewigkeit Luft zufaecheln, wenn es mir nicht so peinlich waere und ich ihm sagen wuerde, dass er aufhoeren soll.

Genau das Gleiche passiert im Restaurant des legendaeren Te.O Hotels in Battambang. Zunaechst muss man sich in dieser Gegend, in der Touristen gerade jetzt wegen der Rezession wieder selten sind, daran gewoehnen, staendig beobachtet zu werden. Mindestens 1 Bedienung steht hoechstens 1 Meter entfernt jederzeit bereit, um jeden Wunsch zu erfuellen. Heute, an unserem 2. Tag im Hotel, kennt uns das Personal schon (wie gesagt, sehr wenig Touristen sind da) - insbesondere ich bin bekannt.

Denn nachmittags wollte ich eine Kanne Tee holen und zeichnete auf Grund der Sprachschwierigkeiten einen dampfenden Teekessel auf eine Servierte. Da war ich schon wieder umringt von 4 Frauen, die mich alle genauestens studierten. Die Aelteste - eben weil sie die Aelteste ist - nahm sich das Vorrecht, meinen Arm zu befingern und ueber meine Wange zu streichen. Entzueckt zeigte sie auf meine weisse Haut und machte meine Nase nach. Die drei juengeren Frauen musterten mich immer noch begeistert und stimmten der Alten mit ueberschwenglichen Gesten zu. Das ist nicht das erste Mal, dass mir das passiert. Wie gesagt, laeuft die Touristensaison wegen der Besetzung von Thailands Flughafen sehr schlecht, es sind aber immer noch genuegend Touristen da, so dass die Einheimischen an deren Anblick gewoehnt sein muessten. Nach Nachfragen bei unserem Reiseleiter war die Sache klar: Mein dunkles Haar, meine Alabasterhaut und meine klassische Nase erfuellen eindeutig das kambodschanische Schoenheitsideal.
Endlich, endlich wird mein wahrer Wert erkannt! Also, Leute, schaltet fruehzeitig den kambodschanischen Fernsehkanal ein! Ich werde bei der naechsten Show "Kambodschas next Top Model" auftreten.

Aber zurueck zum Hotel. Die Saison laueft schlecht, aber trotzdem bekam ich die Kanne Tee umsonst und eben gab es einen kostenlosen Obstteller als Nachtisch.

Ausserdem kam wieder eine Bedienung mit Baby an unserem Tisch vorbei - einfach, um mich wieder einmal ein bisschen aus der Naehe anzuschauen.

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